Cannabidiol


Cannabidiol (CBD) ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf (Cannabis). Medizinisch wirkt es entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit.[4] Weitere pharmakologische Effekte wie eine antipsychotische Wirkung[5] werden erforscht.

Medizinische Anwendungsgebiete
CBD ist Bestandteil des arzneilich genutzten Hanfextrakts Nabiximols, der als Spasmolytikum bei multipler Sklerose eingesetzt wird.[15] CBD könnte wegen seiner immunsupprimierenden Wirkung ein Kandidat für die Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sein.[16] Eine Verwendung bei affektiven Störungen wird untersucht.[17] Auch zu neuroprotektiven Wirkungen des Cannabidiols, sei es durch seine antioxidativen Eigenschaften, Wirkungen an den CB2 -Rezeptoren oder an Adenosinrezeptoren werden Forschungsarbeiten durchgeführt.[18]

Für Anwendungsgebiete wie die orale Behandlung bestimmter Epilepsieformen beim Kind (Lennox-Gastaut-Syndrom, Dravet-Syndrom) hat Cannabidiol den Status eines Orphan-Arzneimittels, so dass für einen Antrag auf Arzneimittelzulassung ein vereinfachtes Verfahren beansprucht werden konnte.[19][20] 2017 wurde eine placebokontrollierte randomisierte Doppelblindstudie bei 120 Kindern und jungen Erwachsenen mit Dravet-Syndrom publiziert, die eine signifikante Abnahme der konvulsiven Anfälle nachweisen konnte.[21] Im März 2018 wurden die Ergebnisse einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an 171 Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom publiziert, die eine statistisch signifikante Verringerung der Anzahl monatlicher Krampfanfälle unter Cannabidiol zeigte.[22] Auf der Grundlage dieser Daten wurde in den USA die Zulassung erteilt,[23] die EU-Marktzulassung wurde im Juli 2019 seitens der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfohlen.[24]

Cannabidiolhaltige Produkte
Arzneimittel
Cannabidiol wird unter dem Namen Epidiolex in den USA als verschreibungspflichtiges Arzneimittel in der oben genannten Therapie bestimmter Epilepsieformen angewendet, in der EU steht es als Epidyolex kurz vor der Zulassung. Auch in Deutschland ist Cannabidiol in der Verwendung als Arzneimittel (z. B. „Ölige Cannabidiol-Lösung NRF“) verschreibungspflichtig.[25] Der in verschiedenen Ländern zugelassene standardisierte Vollextrakt aus der Cannabispflanze, Nabiximols (Handelsname: Sativex Spray zur Anwendung in der Mundhöhle), enthält neben Cannabidiol ferner THC und unterliegt daher betäubungsmittelrechtlichen Regelungen.

Nahrungsergänzungsmittel und andere Lebensmittel

Lebensmittel mit Cannabinol werden in Deutschland im Nahrungsergänzungsmittel-Bereich ohne gesundheitsbezogene Auslobung aber mit dem ausdrücklichen Hinweis auf das enthaltene CBD angeboten. Die Verkehrsfähigkeit dieser Produkte wird gelegentlich in Zweifel gezogen.[26] Tatsächlich enthalten auch andere Lebensmittel auf Hanfbasis (z. B. Hanföle oder Hanfsamen) durchaus nennenswerte Mengen CBD.

Die Europäische Kommission hat 2019 anlässlich der Anfrage einzelner EU Mitgliedsstaaten den Eintrag betreffend der Hanfpflanze "canabis sativa" im Novel Food-Katalog präzisiert, indem die Einträge „cannabinoids“[27] und "cannabidiol" hinzugefügt wurden. Im Unterschied zur Hanfpflanze, welche vor 15. Mai 1997 ganz oder teilweise als Lebensmittel konsumiert wurde, wird dies für die Stoffe CBD und andere Cannabinoide verneint. Gleiches soll auch für Extrakte der Hanfpflanze gelten. Das BVL betrachtet daher alle Lebensmittel, insbesondere Nahrungsergänzungsmittel, welche CBD oder andere Cannabinoide enthalten, als neuartiges Lebensmittel und somit nur nach vorheriger Zulassung verkehrsfähig (Stand März 2019).[28]

Ein vom Branchenverband EIHA beauftragtes Rechtsgutachten des Frankfurter Anwaltes Thomas Büttner kommt abweichend hiervon zum Ergebnis, dass Extrakte der Hanfpflanze sehr wohl der Hanfpflanze gleichzustellen seien, da einerseits hinreichende Anhaltspunkte für einen nennenswerten Konsum als Lebensmittel bereits vor dem 15. Mai 1997 vorlägen und andererseits auch ein systematischer Widerspruch bestehe zum allgemeinen Einstufungsparadigma, wonach traditionelle Extraktionsverfahren das Lebensmittel selbst nicht in gesetzlich relevanter Weise verändern. Dementsprechend wären neben den auf völlig neuartige Weise hergestellten Hanfextrakten nur solche Lebensmittel als neuartige Lebensmittel einzustufen, zu welchen reines CBD oder andere Cannabinoide als Zutat zugesetzt wurden und nicht generell alle Lebensmittel, welche CBD in irgendeiner Form enthalten.[29]

Weitere Produkte
CBD-Öl wird auch für die kosmetische Verwendung angeboten. In der Schweiz und Österreich wird Hanf mit einem hohen CBD-Gehalt und niedrigen THC-Gehalt als Tabakersatzprodukt verkauft.[30][31]
Allgemein unterliegt Cannabidiol, anders als THC, keinen betäubungsmittelrechtlichen Regelungen.[32][28]

Quelle Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Cannabidiol